Poseidon Apotheke


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Gesundheitsratgeber


  1. Hausapotheke
  2. Erkältungskrankheiten
  3. Alternativmedizin
  4. Homöopathie
  5. Akupunktur
  6. Schluss mit Rauchen
  7. Gesund abnehmen in 6 Schritten
  8. Einschlafen: Was hilft wirklich?
  9. Die schönsten Wellness-Rituale aus aller Welt
  10. Salmonellen: So bannen Sie die Gefahr
  11. Alkohol und Medikamente passen nicht zusammen
  12. Asthma und 10 Goldene Regeln für Asthma-Patienten

1. Hausapotheke

Bei kleinen und größeren Notfällen ist die Hausapotheke oft Retter in der Not. Allerdings nur, wenn sie auch richtig bestückt ist. So bringen Sie den Inhalt Ihrer Hausapotheke in Schuss

Neben Mitteln, auf die Sie wegen chronischer Krankheiten angewiesen sind – zum Beispiel Blutdruckmittel oder Antidiabetika – sollten Medikamente gegen die wichtigsten akuten Erkrankungen enthalten sein.

Arzneimittel

Verbandmittel

Sonstiges

Fieberthermometer, Kühlkompressen, Erste-Hilfe-Anleitung, Einmalhandschuhe, Zeckenzange

Eine Kühlkompresse ist eine sinnvolle Ergänzung Ihrer Hausapotheke. Sie bewahren sie am besten im Kühlschrank auf, damit sie bei Verstauchungen, Insektenstichen oder anderen kleinen Verletzungen sofort einsatzbereit ist.

In jedem Fall sollten Sie solche Arzneien in der Originalverpackung und mit Beipackzettel aufheben. So haben Sie stets alle wichtigen Informationen zu den Arzneimitteln parat, und Verwechslungen sind ausgeschlossen.

Regelmäßig ausmisten

Überprüfen Sie Ihre Hausapotheke mindestens ein- bis zweimal pro Jahr, um alte Medikamentenbestände entfernen zu können. Verschreibungspflichtige Medikamente sollten nicht über die Dauer der Akutbehandlung hinaus in der Hausapotheke lagern.

Alle Präparate, bei denen das Haltbarkeitdatum abgelaufen ist oder die schon länger als ein halbes Jahr angebrochen sind, gehören nicht mehr hinein. Zum einem, damit andere Familienmitglieder nicht aus Versehen zu diesen Präparaten greifen. Zum anderem sind Flüssigkeiten sowie Salben, Cremes und Gele besonders empfindlich. Kommen sie mit Sauerstoff in Kontakt, setzt ein Oxidationsprozess ein. In Augentropfen und Nasensprays siedeln sich schnell Bakterien an und können den Anwender bei erneutem Gebrauch wieder infizieren. Deshalb sollten Sie diese Arzneimittel gleich nach dem Ende der Behandlung entsorgen.

Wo gehört die Hausapotheke hin?

Lagern Sie die Hausapotheke trocken, dunkel und kühl. Bitte nicht im Badezimmer aufbewahren. Da ist es zu feucht. Am besten deponieren Sie die Hausapotheke kindergesichert in einem trockenen und kühlen Raum wie zum Beispiel dem Schlafzimmer. Auch Flur oder Abstellkammer eignen sich dafür.

Übersichtlicher als in einer Krimskrams-Kiste sind Medikamente in einem stabilen und abschließbaren Medizinschrank aufgehoben. Suchen Sie sich hier einen kindersicheren Ort, damit die kleinen bunten Pillen nicht als Naschwerk oder Spielzeug dienen. Ideal sind abschließbare Schränkchen, die es auch in Apotheken zu kaufen gibt.

Im Zweifel beraten lassen

Lassen Sie sich bei der Zusammenstellung vom Apotheker beraten. Er ist der Fachmann für Arzneimittel und bietet die Beratung als Serviceleistung an. Denn im Notfall ist Ordnung wichtig, damit niemand danebengreift.

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2. Erkältungskrankheiten

Das sind akute, meist fieberhafte Infektionskrankheiten, die z.T. durch die Abkühlung des ganzen Körpers oder einzelner Körperteile ausgelöst werden. Sie sind meist durch verschiedenste Viren verursacht (grippaler Infekt), die von den Grippeviren als Erreger der Grippe abzugrenzen sind. Erkältungskrankheiten treten v.a. in der kühleren Jahreszeit oder im späten Frühjahr auf.

Ursache und Befund: Die meisten Menschen sind Keimträger von Viren und Bakterien, d.h., sie beherbergen diese Keime, ohne zu erkranken. Auslöser einer Erkältung ist meist eine Infektion mit Viren. Häufig stecken z.B. Adeno-, Rhino-, Parainfluenza-, Coxsackie- und RS-Viren hinter den Symptomen. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion. Wird durch Abkühlung die Abwehr geschwächt, können diese Erreger eine Krankheit herbeiführen. Neben den typischen Beschwerden der Atemwege wie Schnupfen, Halsschmerzen und Husten begünstigt die Kälteeinwirkung auch die Entstehung von Entzündungen des Mittelohrs, der Harnblase und der Nieren. Häufige Begleiterscheinungen sind Kopf- und Gliederschmerzen und einige Tage andauerndes Fieber. Wind wirkt besonders erkältungsfördernd, ebenso Feuchtigkeit im Sinne von Verdunstungskälte oder starke Temperaturunterschiede wie z.B. beim Betreten von klimatisierten Räumen. Unter solchen Bedingungen kommen Erkältungskrankheiten auch im Sommer vor. Die Anfälligkeit ist bei den einzelnen Menschen unterschiedlich; bezüglich der Abwehrlage spielt die Veranlagung ebenso wie die körperliche Verfassung eine Rolle.

Behandlung: Zur Therapie eignen sich schonende Maßnahmen wie Bettruhe, leichte Kost und reichlich Flüssigkeit in Form von verdünnten Säften, Mineralwasser oder Tee. Zur Stärkung der körpereigenen Abwehr sollte die Fieberphase eher unterstützt (z.B. Lindenblüten- und andere Tees) als medikamentös unterdrückt werden. Die Zufuhr von Wärme durch heiße Getränke oder Schwitzpackungen unterstützt den Heilungsprozess. Antibiotika sind gegen Viren wirkungslos.

Ablauf: Oft beginnt alles mit einem leichten Kratzen oder Schmerzen im Hals. Im weiteren Verlauf können zusätzlich Schnupfen, Heiserkeit und Husten in beinahe jeder erdenklichen Kombination auftreten. Häufig klagen die Erkälteten auch über Kopfweh und sie fühlen sich müde und abgeschlagen.

Dauer: Der Verlauf einer Erkältung ist sehr individuell. Als grobe Richtlinie gilt: Treten keine Komplikationen auf, sollten sich die Beschwerden nach drei bis sieben Tagen eigentlich bessern und nach zwei Wochen praktisch verschwunden sein. Abweichungen davon sind jedoch immer möglich.

Erkältungsmittel

Das sind Medikamente, die vorbeugend oder zur Linderung der Beschwerden bei einer Erkältungskrankheit eingenommen werden. Davon zu unterscheiden sind Mittel, die nur bei einer durch Grippeviren verursachten Krankheit (Grippe) anzuwenden sind.

Vorbeugende Erkältungsmittel: Darunter versteht man neben den pflanzlichen und homöopathischen Immunstimulanzien, die v.a. Extrakte des Roten Sonnenhuts (Echinacea purpurea) enthalten, auch hohe Dosen Vitamin C. Als Nebenwirkung der Pflanzenpräparate können allergische Reaktionen (v.a. der Haut) auftreten.

Beschwerdelinderung: Diese kann durch Inhalation von Kamillendämpfen, Emser Salz®, ätherischen Ölen (z.B. Eukalyptus- oder Fichtennadelöl), Menthol und Kampfer enthaltenden Präparaten erreicht werden. Diese Erkältungsmittel haben alle einen entzündungshemmenden oder schleimverflüssigenden Effekt. Die Wirkstoffe sind häufig in sog. Erkältungsbädern, -balsamen und -einreibungen bzw. -salben enthalten. Außer Reizzuständen der Haut und Schleimhäute sind keine Nebenwirkungen bekannt. Bei Kindern und Asthmatikern sollte auf Kampfer enthaltende Erkältungsmittel verzichtet werden.

Auch die nebenwirkungsfreien Erkältungstees, die häufig schweißtreibende und schleimlösende Arzneipflanzen enthalten (z.B. Lindenblüten, Holunderblüten, Süßholz) sowie Vitamin-C-haltige Pflanzen wie z.B. Hagebutte, zählen zu den unterstützenden Erkältungsmitteln.

Im Einzelnen können je nach Erscheinungsbild der Erkältung noch Halsschmerzmittel (Mund- und Rachentherapeutika), Hustenmittel und Schnupfenmittel eingesetzt werden.

Aktive Abwehr: Tipps zur Stärkung des Immunsystems

Was Sie noch tun können, um Ihr Immunsystem zu unterstützen: Treiben Sie Sport – am besten Ausdauersport an der frischen Luft. Denn regelmäßige Bewegung stärkt Herz und Kreislauf und fördert die Durchblutung. Übrigens: Auch ein Spaziergang von etwa einer viertel Stunde pro Tag bringt das Immunsystem auf Trab.

Was sonst noch hilft

Man kann sich nicht vollkommen vor Erkältungsviren schützen. Daher sollte man frühzeitig versuchen, das eigene Immunsystem zu mobilisieren, um vor Viren-Angriffen geschützt zu sein und entsprechend reagieren zu können.

Neben Mitteln aus Ihrer Apotheke helfen Ihnen auch ein paar einfache Verhaltensregeln:

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3. Alternative Medizin: Natürlich heilen

Ob Naturheilkunde, Akupunktur oder Homöopathie: Die alternative Medizin kann die Schulmedizin sinnvoll ergänzen. Wir stellen verschiedene Therapien vor – von Kneipp bis traditionelle chinesische Medizin.

Die Errungenschaften der Schulmedizin will kaum ein Patient mehr missen. Doch gerade bei leichteren Erkrankungen oder bei chronischen Krankheiten vertrauen viele Menschen – oft zusätzlich – auf alternative Methoden. Diese können die klassische Medizin ergänzen, manchmal sogar ersetzen, sofern aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht.

Die Alternative Medizin wird auch Komplementärmedizin genannt (komplementär = lateinisch für Ergänzung). Diese Bezeichnung ist treffender, weil die Verfahren in vielen Fällen keine reine Alternative, jedoch eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin sind oder in klassische Therapien integriert werden können.

Klassische Naturheilverfahren verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Die Behandlung kann vielseitig sein und beinhaltet neben der Pflanzenheilkunde Elemente der Ernährungstherapie, Bewegungstherapie, Hydrotherapie (Anwendung von kaltem und warmem Wasser, zum Beispiel nach Kneipp) und Ordnungstherapie.

Die Akupunktur ist eine Behandlungsmethode, die vor mehr als 2000 Jahren in China entwickelt wurde. Sie ist ein fester Bestandteil der sogenannten „Chinesischen Medizin“, zu der neben der Akupunktur die Moxibustion (Erwärmung spezieller Punkte), die Ernährungstherapie, die Massage (Tuina), die Heilgymnastik (Tai-Chi und Qigong) und die Verwendung von Arzneien pflanzlicher, tierischer und mineralischer Herkunft gehören.

Bei der klassischen Homöopathie lässt sich der Behandler die Krankengeschichte des Patienten erklären, er analysiert die Symptome und gibt in der Regel ein homöopathisches Arzneimittel.
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4. Homöopathie: Die Kraft der kleinen Kügelchen

Die sanfte Heilmethode kann bei vielen Alltagsbeschwerden helfen

Manche Menschen schwören auf die Heilkraft der homöopathischen Tropfen und Globuli, der kleinen weißen Kügelchen, und möchten nicht auf ihre homöopathische Haus- und Reiseapotheke verzichten. Sie schwärmen zudem von der Homöopathie für Kinder und der Homöopathie für Tiere. Andere bezweifeln hingegen den Nutzen dieser alternativen Heilmethode.

Anders als in der Schulmedizin richtet sich die Auswahl der Arznei nicht nur nach den Krankheitssymptomen. Das Wesen des erkrankten Menschen spielt auch eine Rolle. Das Lebensumfeld des Menschen und die Einheit von Körper, Geist und Seele sind ebenfalls wichtig. Es kann vorkommen, dass Patienten mit den gleichen Beschwerden unterschiedlich behandelt werden. Ziel der Methode: Im Organismus soll ein Reiz so gesetzt werden, dass die Selbstheilungskräfte anregt werden. Auf diese Art und Weise soll das Ungleichgewicht im Körper wieder ins Lot kommen.

Auf die Potenzierung kommt es an

Die Homöopathie wurde von dem deutschen Arzt Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843) mit der Idee "Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen" begründet. Beispiel: Die Küchenzwiebel (Allium cepa) reizt beim Gesunden die Schleimhäute von Auge und Nase, das Ganze fühlt sich wie ein Fließschnupfen an. In homöopathischer Zubereitung wird Allium cepa genau gegen diese Beschwerden eingesetzt. Die Heilmethode kennt mehr als 2000 vor allem pflanzliche Arzneistoffe (etwa der Pulsatilla, der Küchenschelle) aber auch tierische Stoffe (etwa das Gift der Buschotter, Lachesis) und mineralische Arzneistoffe (wie Silicea, Kieselsäure). Um vom Urstoff zum homöopathischen Arzneimittel zu kommen fertigt man zunächst einen alkoholischen Auszug, die Urtinktur.

Die Urtinktur wird dann schrittweise verdünnt, meist im Verhältnis 1 zu 10 (Dezimalpotenz). Der Ausdruck Potenz kommt daher, dass – naturwissenchaftlich betrachtet – stärker verdünnte Lösungen häufig stärker wirken. Daher sprechen Homoöpathen nicht von Verdünnen, sondern von potenzieren. Die Zahl der Verdünnungsschritte wird durch eine Zahl angegeben. Allium cepa D6 ist also aus einer Urtinktur entstanden, die sechsmal im Verhältnis 1 zu 10 verdünnt wurde. Neben den Dezimalpotenzen (erkenntlich am „D“) gibt es noch Centesimalpotenzen (Verdünnung 1 zu 100 pro Potenzierungsschritt, erkenntlich am „C“) sowie LM-Potenzen (Verdünnung 1 zu 50000 pro Potenzierungsschritt, erkenntlich am „LM“).

Durch das Potenzieren kann es geschehen, dass das homöopathische Mittel nur eine minimale oder gar nicht mehr nachweisbare Menge vom Ausgangsstoff enthält. Die homöopathische Lehre geht jedoch davon aus, dass aufgrund der Zubereitungsart energetische Informationen an den Organismus übertragen werden, die den Impuls zur Selbstheilung geben.   

Globuli richtig einnehmen

Die Mittel, vor allem die Globuli, werden am besten mit einem Plastik- oder Porzellanlöffel eingenommen. Die passende Dosierung entscheidet der Arzt individuell. Die Mittel auf der Zunge zergehen lassen oder die Globuli in die Wangentasche schieben. Eine Viertelstunde vor und nach der Einnahme nichts in den Mund nehmen. Während der Behandlungszeit besser auf koffeinhaltige Getränke ebenso verzichten wie auf Pfefferminz- oder Kamillentee. Außerdem in dieser Zeit kein Präparate einnehmen, die Kampher, Menthol oder starke ätherische Öle enthalten.

Wo Homöopathie hilft

Bei leichten, akuten Beschwerden wie Schnupfen, Husten oder Sportverletzungen, erzielt die Homöopathie oft gute Erfolge. Auch viele Frauen lindern typische Frauenleiden wie Menstruationsschmerzen oder Beschwerden in den Wechseljahren mit den passenden homöopathischen Mitteln. Auch bei Schlafstörungen, Magen-Darm- oder Hautproblemen kann ein Versuch mit den passenden Kügelchen erfolgreich.

Wichtig: Lassen Sie immer ärztlich abklären, ob sich nicht ernste Krankheitsursachen hinter Ihren Beschwerden verbergen. Diese alternative Heilmethode kann zudem nicht die Standardtherapie einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise eines Diabetes mellitus ersetzen. Sie kann die Behandlung nur ergänzend begleiten. Klären Sie dies mit Ihrem Arzt ab.

Gesetzlich Versicherte müssen im Gegensatz zu Privatversicherten häufig die homöopathische Behandlung und die aufwendige Erstuntersuchung selbst zahlen. Einige Krankenkassen übernehmen jedoch die Kosten. Am besten vor dem Besuch beim Homöopathen oder beim Arzt für Naturheilverfahren und Homöopathie abklären, ob die Kosten von der Kasse übernommen werden.
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5. Akupunktur – feine Nadeln gegen Schmerzen

Die Heilmethode gehört zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Über spezielle Akupunkturpunkte können Ärzte zum Beispiel Migräne lindern

Was liegt der Akupunktur zugrunde?

Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gibt es im Körper Leitbahnen, durch die Lebensenergie, genannt Qi, fließt. Die Leitbahnen bestehen aus Hauptbahnen, den Meridianen, und Nebenbahnen. Die Kräfte YIN und YANG halten die Lebensenergie im Gleichgewicht. Strömt Qi nicht ungestört, treten Krankheiten auf.

Wie wirkt Akupunktur?

Auf den Leitbahnen liegen so genannte Akupunkturpunkte. Stechen Mediziner mit einer Ausbildung in Akupunktur mit feinen Nadeln auf diese Punkte, kann die Lebensenergie wieder ungehindert fließen. Nach der fernöstlichen Lehre wird so die Krankheit eines Patienten geheilt. Piksen die Therapeuten ihre Patienten am Ohr, sprechen Mediziner von Ohrakupunktur. Auf dem Ohr sollen Reflexzonen aller Organe des Körpers liegen.

Bei welchen Krankheiten kann Akupunktur helfen?

Die feinen Nadelstiche lindern Rückenschmerzen und helfen bei Gelenkbeschwerden im Knie. Auch Personen, die an Spannungskopfschmerzen oder Migräne leiden, können von Akupunktur profitieren. Zudem gibt es Hinweise, dass die Methode bei Heuschnupfen helfen kann, und dass sie es manchen Menschen erleichtert, das Rauchen aufzugeben. Akupunktur soll zudem während der letzten Wochen der Schwangerschaft den Beckenboden entspannen.

Was gibt es noch?

Neben den klassischen Nadelstichen gibt es unter anderem noch die Akupressur. Dabei massieren Therapeuten die Akupunkturpunkte mit den Fingern. Bei der Moxibustion werden die Punkte mit Wärme angeregt.
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6. Schluss mit Rauchen: So hören Sie auf

Viele Raucher möchten endlich loskommen von der Zigarette, scheuen jedoch die Entwöhnung und Entzugserscheinungen. So werden und bleiben Sie Nichtraucher

Aufhören mit dem Rauchen – das wünschen sich die meisten Raucher. Doch vielen fällt es schwer, den Rauchverzicht langfristig durchzuhalten. Nach einem erfolgreichen Rauchstopp auch auf Dauer Nichtraucher bleiben – das ist die eigentliche Herausforderung. Meistens sind dafür mehrere Aufhör-Versuche nötig. Doch mit ein wenig Hilfe und einer klaren Entscheidung schaffen es letztendlich die meisten Raucher, dauerhaft auf Zigaretten zu verzichten. Auf die richtige Motivation und geeignete Mittel und Methoden während der Entwöhnungsphase sowie auf Strategien zur Vorbeugung gegen Rückfälle kommt es an.

Mittel und Methoden zur Nikotinentwöhnung

Wohl die meisten Raucher versuchen erst einmal alleine, vom Glimmstängel loszukommen. „Ohne Unterstützung liegt die Erfolgsquote beim ersten Versuch allerdings bei nur drei bis sechs Prozent“, sagt Professor Stephan Mühlig, Psychologe, Suchtforscher und Leiter der Raucherambulanz an der Technischen Universität Chemnitz. Die Mehrzahl der Raucher braucht nach den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien durchschnittlich fünf Anläufe, um dauerhaft abstinent zu bleiben.

Manchen Rauchern helfe es, den Tabakkonsum zu reduzieren und langsam aufzuhören. „Das verführt jedoch zum Selbstbetrug und hält die psychische Abhängigkeit länger aufrecht“, so der Suchtexperte. Die meisten Betroffenen haben daher mehr Erfolg mit der Schlusspunkt-Methode, bei der sie vom einen auf den anderen Tag aufhören. Inzwischen gibt es viele Mittel und Methoden, um die Nikotinentwöhnung zu erleichtern.

Therapie in der Gruppe

Die beste Erfolgsquote erreichen verhaltenstherapeutische Entwöhnungsprogramme in der Gruppe, wie sie beispielsweise in den universitären Raucherambulanzen auf wissenschaftlicher Grundlage angeboten werden. Die Chance, nach dem Besuch eines Kurses dauerhaft rauchfrei zu bleiben, erhöht sich auf circa 40 bis 50 Prozent. „Die Gruppe bietet Rückhalt und erzeugt eine Art von hilfreichem sozialen Druck, wirklich durchzuhalten“, sagt Mühlig, der selbst solche Kurse leitet. Die Therapie muss überwiegend selbst bezahlt werden, fünf- bis zehn-stündige Kurse kosten zwischen 150 und 300 Euro. Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Maßnahme pro Jahr mit 75 Euro. Das in die eigene Gesundheit investierte Geld spart man durch den Zigarettenverzicht aber schnell wieder ein. Nach sechs bis acht Wochen hat sich der Kurs für den Durchschnittsraucher allein finanziell schon gelohnt.

Nikotinersatz und Medikamente aus der Apotheke

Nikotinersatzpräparte in Form von Kaugummis, Pflastern oder Lutschtabletten erleichtern die Entwöhnung, indem sie regelmäßig Nikotin abgeben und damit die Entzugserscheinungen stark lindern. „Die Präparate sind nicht verschreibungspflichtig, allerdings werden die Kosten von den Krankenkassen auch nicht ersetzt“, sagt Mühlig. Außerdem gibt es weitere rezeptpflichtige Medikamente in Tablettenform, die die Entzugssymptome wirksam mildern und den Abstinenzerfolg erhöhen können. Da diese jedoch auch ernste Nebenwirkungen hervorrufen können, sind sie verschreibungspflichtig und dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Alternative Methoden

Das Angebot an alternativen Therapien ist groß. Suchtforscher Mühlig warnt vor teuren, teilweise unseriösen Methoden, die mit Halbwahrheiten und angeblich hohen Erfolgsquoten werben. Besonders beliebt seien Akupunktur und Hypnose. „Ihr Nutzen ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt“, gibt Mühlig zu bedenken. Die Abstinenzquote nach einem Jahr sei genauso hoch wie bei Rauchern, die ohne Unterstützung aufgehört haben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, informiert sich zum Beispiel im Internet auf der gemeinsamen Seite des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.anbieter-raucherberatung.de* über empfehlenswerte Programme in der näheren Umgebung.

Gesundheitliche Folgen des Rauchens

Rauchen ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für viele ernsthafte chronische Krankheiten und verkürzt das Leben um durchschnittlich zehn Jahre. Das Deutsche Krebsforschungszentrum spricht von 110.000 bis 140.000 Menschen jährlich, die allein in Deutschland an den Folgen des Rauchens sterben. Hinzu kommen über 3300 Nichtraucher, die an den Folgen des Passivrauchens sterben.

Rauchen schädigt fast jedes Organ, besonders die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem. Bis zu 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle werden durch Nikotinkonsum verursacht, zudem haben Raucher ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle. Die häufigste Raucherkrankheit mit besonders vielen Todesfällen ist die chronisch-obstruktive Bronchitis. Sie äußert sich zunächst häufig durch eine anhaltende Entzündung der oberen Atemwege – verharmlosend als „Raucherhusten“ bezeichnet – und führt nach wenigen Jahren zu ernsthafter Behinderung. Sogar Psyche und Gehirn kann der Qualm schädigen: „Studien haben belegt, dass Raucher ein signifikant höheres Risiko für Depressionen, Angststörungen und Demenz-Erkrankungen haben, sogar das Suizidrisiko ist mehrfach erhöht“, warnt Mühlig.

Die Hälfte der tabakbedingten Todesfälle tritt laut Deutschem Krebsforschungszentrum bereits im mittleren Alter zwischen 35 und 69 Jahren ein. Nur 58 Prozent der Raucher erreichen das 70. Lebensjahr, nur 26 Prozent werden 80 Jahre oder älter. Zum Vergleich: 81 Prozent der Nichtraucher werden 70 Jahre und 59 Prozent erleben ihren 80. Geburtstag.

Doch egal, wie lange und viel Sie geraucht haben: Aufhören lohnt sich immer! Schon nach 24 rauchfreien Stunden beginnt das akute Herzinfarktrisiko zu sinken. Nach 48 Stunden regenerieren sich bereits die Geruchs- und Geschmacksnerven, und nach zehn Jahren Rauchverzicht ist Ihr Lungenkrebsrisiko nicht mehr höher als das eines Nichtrauchers.

Die richtige innere Einstellung

Die eigene Gesundheit, die Belastung von Freunden und Familie durch Passivrauchen, die Kosten für die Zigaretten und nicht zuletzt das unangenehme Gefühl, von einer – wenn auch legalen – Droge abhängig zu sein: Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es viele. „Suchtverhalten ist aber nicht rational. Das Wissen um die Risiken, die Kosten, das alles zählt für Raucher nicht, wenn sie innerlich nicht bereit zum Aufhören sind“, so Suchtforscher Mühlig. Überredungsversuche, Druck von außen – das alles bringt wenig oder führt unter Umständen sogar zur Verfestigung des Suchtverhaltens. Viele Raucher würden zwar gerne aufhören, scheuen jedoch die vermeintlich schwer erträgliche Zeit der Entwöhnung. In Wirklichkeit hält der körperliche Entzug nur vier bis sechs Wochen an, die schlimmsten Entzugserscheinungen lassen sogar schon nach wenigen Tagen nach. Auch die Intensität der Symptome wird von Rauchern meist massiv überschätzt. Die Angst vor dem Entzug ist meist schlimmer als der Entzug selbst.

Diese innere Zerrissenheit ist typisch für süchtige Raucher. Sie finden immer neue Ausreden, warum sie jetzt gerade unmöglich aufhören können. Alles faule Ausreden? Im Grunde ja. „Mehrere Rauchstoppversuche sind normal. Ich selbst habe es erst beim sechsten oder siebten Anlauf geschafft, dauerhaft von den Zigaretten loszukommen“, gibt Mühlig zu. Sein Tipp: Versuchen Sie es einfach konsequent weiter. Anfänglich rückfällig werden ist keine Schande, sondern die Regel. Und irgendwann schaffen Sie es für immer. Jeder kann vom Rauchen loskommen – wenn man es wirklich will und verstanden hat, wie man die Sucht überwindet.
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7. Gesund abnehmen in sechs Schritten

Ohne Diät schlank werden? Das geht! Unser Tipp: Lebensmittel mit niedriger Energiedichte essen. "Volumetrics" nennen Experten die Methode. Damit Sie möglichst effektiv und gesund abnehmen, verraten wir Ihnen darüber hinaus, wie Sie Sport in Ihren Alltag integrieren und motiviert bleiben

Sich immer satt essen und trotzdem abnehmen. Das funktioniert tatsächlich. Mit einem Konzept, das mittlerweile auch von zahlreichen medizinischen Fachgesellschaften empfohlen wird: Essen Sie Nahrung, die viel Volumen hat, aber wenig Kalorien. "Die Essensmenge muss groß genug sein, um satt zu machen, darf aber möglichst wenig Energie enthalten", erklärt Professor Volker Schusdziarra, Ernährungswissenschaftler an der Technischen Universität München das Grundprinzip. Das Volumen Ihrer Mahlzeiten spielt also eine große Rolle, die Methode heißt deswegen auch "Volumetrics".

1. BMI berechnen
Bevor Sie mit Ihrem „Projekt Wunschgewicht” beginnen, sollten Sie prüfen, ob Sie überhaupt abnehmen müssen. Die Aussage „Ich bin zu dick”, ist ja sehr subjektiv. Und gerade viele – oft normalgewichtige – Frauen behaupten das von sich. Mit dem Body-Mass-Index (BMI) finden Sie ganz leicht heraus, ob Ihr Gewicht tatsächlich vom gesunden Ideal für Ihre Körpergröße abweicht.

Der BMI wird nach folgender Formel berechnet:
  1. Multiplizieren Sie Ihre Körpergröße in Metern mit sich selbst
    • Beispiel: Sie sind 1,70 Meter groß, dann rechnen Sie 1,70 mal 1,70 =  2,89
  2. Teilen Sie dann Ihr Körpergewicht in Kilogramm durch den Wert aus 1.
    • Beispiel: Sie wiegen 80 Kilogramm, dann rechnen Sie 80 geteilt durch 2,89 = 27,7
Dieser Wert (27,7, oder aufgerundet: 28) ist Ihr Body-Mass-Index-Wert (abgekürzt BMI, Körpermassezahl).
 
Nach der Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bedeutet der BMI:

Klassifikation nach den Maßstäben der WHO (Weltgesundheitsorganisation)
18,5 - 24: Normalgewicht
25 - 29: Übergewicht
30 - 34: Adipositas (Fettleibigkeit) Grad I
35 - 39: Adipositas (Fettleibigkeit) Grad II
> bzw. = 40 : Extreme Fettleibigkeit (III)

Das Normalgewicht hängt nach anderen Angaben auch vom Alter ab:

Altersgruppe BMI
19 - 24 Jahre 19 - 24
25 - 34 Jahre 20 - 25
35 - 44 Jahre 21 - 26
45 - 54 Jahre 22 - 27
55 - 64 Jahre 23 - 28
über 64 Jahre 25 - 29

Quelle: National Research Council, USA, 1989.

2. Kalorienbedarf ermitteln

Wir nehmen zu, wenn wir dem Körper mehr Kalorien zuführen als er benötigt. Positive Energiebilanz nennen Mediziner das dicke Kalorienplus, das sich hartnäckig an Bauch, Beinen und Po festsetzt. Umgekehrt führt eine negative Energiebilanz – also weniger Kalorien aufnehmen als verbrauchen – zu Gewichtsverlust.

Das Ziel beim Abnehmen ist also eine negative Energiebilanz. Um diese zu erreichen, müssen Sie wissen, wie viel Kalorien Sie pro Tag verbrauchen. Mit unserem Kalorienrechner finden Sie Ihren persönlichen Kalorienbedarf (auch Grundumsatz genannt) heraus, also den täglichen Kalorienverbrauch Ihres Körpers in Ruhe. Zusätzlich können Sie sich den Kalorienverbrauch in Beruf, Hausarbeit oder Sport ausrechnen lassen. So sehen Sie, um wie viele Kalorien Ihr Energiebedarf bei der jeweiligen Betätigung steigt. Der Kalorienrechner gibt Ihnen Anhaltspunkte, wie viele Kalorien Sie pro Tag verbrennen.
Zum Kalorienrechner

3. Ernährungstagebuch führen

Spüren Sie versteckte Dickmacher auf, protokollieren Sie Heißhungerattacken, finden Sie heraus, wann Sie wieviel essen. Hier können Sie sich eine Vorlage für ein Ernährungstagebuch (pdf) herunterladen
Hier klicken, um das Ernährungstagebuch als pdf herunterzuladen

4. Ernährung umstellen

Rezepte

Da es beim gesunden Abnehmen nicht um schnelle Diäten geht, sondern um einen dauerhaften Erfolg, können und sollen Sie sich weiterhin vielseitig ernähren. Wir machen Ihnen die Ernährungsumstellung mit einer großen Auswahl an leckeren Rezepten und Tagesplänen mit 1500 Kilokalorien und den dazugehörigen Einkaufslisten schmackhaft. Sie wollen mit 1750 Kilokalorien anfangen? Kein Problem! In jedem Tagesplan ist eine Zusatzmahlzeit aufgeführt, mit der Sie den Energiegehalt des Tagesplans erhöhen können.

Weniger Kalorien, als in diesen Plänen angegeben, sollten Sie allerdings nicht aus eigenem Antrieb aufnehmen. Das könnte Ihrem Körper mehr schaden als nutzen. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt.

So, und jetzt heißt es: Klicken und sich durchschlemmen!

Hier klicken, um Tagespläne für unsere Frühjahrskur zu erhalten. Wahlweise mit 1500 und 1750 Kilokalorien. Mit Einkaufslisten und vielem mehr

Lebensmittelliste

Für einen noch besseren Überblick haben wir Ihnen außerdem eine Liste mit den 105 am häufigsten konsumierten Lebensmitteln zusammengestellt. Die Ampelfarben geben Aufschluss über die Energiedichte der Speisen. Unter Energiedichte versteht man den Kaloriengehalt eines Nahrungsmittels pro Gramm – und auf eine niedrige Energiedichte kommt es beim Abnehmen an! Hier kommen Sie zur Liste mit den 105 beliebtesten Lebensmitteln:

Hier klicken, um die Lebensmittelliste als pdf-Datei herunterzuladen

In einer weiteren Tabelle haben wir die am häufigsten verzehrten Lebensmittel und ihren Anteil an der täglichen Kalorienaufnahme in Prozent zusammengefasst. Die Ampelfarben geben Aufschluss über die Energiedichte der Speisen.

Hier klicken, um die Top-30-Lebensmittelliste als pdf-datei herunterzuladen

Lebensmittel-Kalorienrechner

Eine weitere nützliche Hilfe ist unser Kalorienrechner für einzelne Lebensmittel. Ermitteln Sie hier, wie viele Kalorien (kcal) welches Nahrungsmittel enthält – von Apfel bis Zimtstern. Mit dem Rechner können Sie auch Zutaten kombinieren und den Kaloriengehalt eines ganzen Gerichts oder die Kalorienaufnahme eines ganzen Tages ermitteln

Hier klicken, um den Kalorienrechner zu starten

5. Sport treiben

„Jedes Gewichtsproblem hängt mit einem Mangel an Bewegung zusammen“, sagt der Internist, Sportmediziner und Olympiaarzt Dr. Karlheinz Zeilberger aus München. Umgekehrt gilt: Wer sich bewegt, verbrennt mehr Kalorien und kommt einer negativen Energiebilanz ein gutes Stück näher. Schätzungen zufolge sind zwei Drittel aller Deutschen körperlich nicht ausreichend aktiv. Bewegungsmangel und das ständige Überangebot an Nahrung sind die Gründe dafür, warum zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig sind, wie aktuelle Erhebungen nachweisen.

Bewegungstagebuch

Wir haben Ihnen unter Punkt drei bereits ein Ernährungstagebuch ans Herz gelegt. Dasselbe gilt für Ihre tägliche Bewegung. Indem Sie eine Zeit lang Buch führen, bekommen Sie einen besseren Überblick, wie viel Sie sich jeden Tag bewegen. Es zählen auch Hausarbeit oder Treppen steigen. Weiterer Pluspunkt: Ihr Bewegungstagebuch wird Ihnen Schwarz auf Weiß den Beweis liefern: Je aktiver Sie sind, desto wohler fühlen Sie sich. Der wöchentliche Fitness-Check motiviert zusätzlich. Schon nach wenigen Wochen werden Sie feststellen, dass Kraft und Fitness größer werden, Bauchumfang und Gewicht dafür kleiner. Zeilberger prophezeit schon nach zwei bis drei Wochen messbare Erfolge! Hier können Sie Ihr Bewegungstagebuch herunterladen. Pro Woche benötigen Sie einen Ausdruck:
Klicken Sie hier, um das Sporttagebuch als pdf-Datei herunterzuladen

Tragen Sie bitte täglich in Ihr Bewegungstagebuch ein, welchen Sport (beziehungsweise welche andere Aktivität) Sie gemacht haben, wie lange Sie sich bewegt haben, wie anstrengend dies für Sie war und wie Sie sich währenddessen und danach gefühlt haben. Notieren Sie auch, wie lange Sie sich insgesamt in einer Woche bewegt haben.

Einmal pro Woche sollten Sie einen kurzen Fitness-Check durchführen, zum Beispiel immer sonntags. Notieren Sie Ihr Gewicht, Ihren Bauchumfang und Ihre Ruhe-Herzfrequenz – letzteres am besten am Morgen vor dem Aufstehen. Messen Sie außerdem Ihre Kraft, zum Beispiel, indem Sie ausprobieren, wie viele Kniebeugen Sie schaffen oder wie oft Sie ohne sich abzustützen von einem Stuhl aufstehen können.

Hinweis: Bei größerer Fitness wird Ihr Ruhepuls mit der Zeit niedriger. Bei wenig sportlichen Menschen liegt der Ruhepuls oftmals über 80 Schlägen pro Minute. Bei sportlich Aktiven bewegt sich die Ruhe-Herzfrequenz in Richtung 70 Schläge oder weniger.

6. Motiviert bleiben

  1. Motivation kommt von innen

    „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“ (Seneca)

    „Ich kann Menschen inspirieren, aber Motivation kommt von innen“, sagt Slatco Sterzenbach, der als Gesundheitscoach und Inspirationstrainer namhafte Unternehmen in ganz Deutschland berät. Jeder Mensch sollte sich die Frage stellen: Was will ich? Wo liegen meine Wünsche und Bedürfnisse?

    „Wenn jemand zum Beispiel seinen Fokus auf die Karriere richtet, wird es ihm schwer fallen, die nötige Energie zu investieren, die Abnehmen und eine langfristige Ernährungsumstellung erfordern“, so Sterzenbach. Es muss einem bewusst werden: Langfristig kann ich im Job nur erfolgreich sein, wenn ich auf meine Gesundheit als das Fundament meines Erfolgs achte.

    Oder liegt Ihr Schwerpunkt im Familienleben? Auch dann ist es sinnvoll, Übergewicht zu reduzieren. Sie wollen schließlich noch lange für die Menschen da sein, die Sie lieben. Dem Partner oder den Kindern durch eventuelle gesundheitliche Folgen Ihres Übergewichts zur Last zu fallen – welch schrecklicher Gedanke.

    Sterzenbach rät: „Werden Sie sich über Ihre Motive klar, warum Sie abnehmen möchten“. Den Wunsch, schlank zu sein, hat wohl (fast) jeder. Aber das reicht nicht: Was Sie brauchen, ist ein fester Wille und konkrete Ziele.
     
  2. Was wollen Sie? Was wollen Sie auf keinen Fall?

    „Ich will. Das Wort ist mächtig, spricht’s einer ernst und still. Die Sterne reißt vom Himmel, das eine Wort: Ich will.“ (vermutlich von Johann Wolfgang von Goethe)

    Sie sollten eine Analyse des eigenen Wertesystems vornehmen. Schreiben Sie Ihre Grundbedürfnisse, Wünsche und Visionen so konkret wie möglich auf. Nutzen Sie die emotionale Schmerz-Freude-Zange: Malen Sie sich ganz genau aus, wo Sie in einem, in fünf oder in zehn Jahren stehen möchten und wie Sie dann aussehen möchten. Wie würde sich Ihr Leben mit Wohlfühlgewicht anfühlen? Welches Lob würden Sie von Ihrem persönlichen Umfeld erhalten und wie würden Sie im Spiegel aussehen?

    Als nächsten Schritt malen Sie sich aus, was passieren wird, wenn Sie so weitermachen wie bisher. Stellen Sie es sich bildlich vor: Wie werden Sie sich fühlen, wenn Sie mit (noch mehr) Übergewicht drei Stockwerke hinaufsteigen müssen? Werden die Kollegen über Sie lästern? Werden sich vielleicht sogar Ihre Kinder für Sie schämen und auf dem Schulhof wegen der dicken Mama oder dem dicken Papa gehänselt werden? Das wollen Sie auf keinen Fall!

    Sie möchten abnehmen. Sich selbst zuliebe, aber auch für Ihre Familie, für die Sie eine Verantwortung tragen.
     
  3. Ziele konkret formulieren

    „Nichts in der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ (Victor Marie Hugo)

    Abnehmen – das ist Ihr Ziel, Ihr großer Wunsch und Wille. Einen manchmal eisernen Willen werden Sie auch brauchen für Ihr „Projekt Wunschgewicht“. „Sie sind nicht über Nacht dick geworden, Sie werden auch nicht über Nacht schlank“, sagt Sterzenbach. Abzunehmen – und vor allem das neue Gewicht dauerhaft zu halten – erfordert mitunter harte Arbeit an sich selbst. Damit das Durchhalten leichter fällt, sollten Sie Ihre Ziele möglichst konkret formulieren. Planen Sie dabei nicht zu weit in die Zukunft. „Zielen, die weiter als ein halbes Jahr entfernt liegen, fehlt die Dringlichkeit, jetzt anzufangen“, so Sterzenbach und rät: „Fangen Sie am besten mit den konkreten Handlungsschritten für die ersten paar Tage an“. Sie wollen mit einer neuen Sportart beginnen? Dann lassen Sie sich einen Termin für einen Gesundheitscheck bei Ihrem Arzt geben. Kaufen Sie passende Laufschuhe oder andere Ausrüstung und vereinbaren Sie feste Termine für die ersten Trainingsstunden mit einem Trainer oder einem Bekannten, der ähnliche Ziele hat wie Sie.
     
  4. Alten Ballast abwerfen

    „Glaube daran, dass es keine Grenzen gibt. Außer den Himmel.“ (Cervantes)

    „Unser Bewusstsein macht nur etwa fünf Prozent unseres Handelns aus. 95 Prozent werden vom Unterbewusstsein, dem sogenannten impliziten Bewusstsein, gesteuert“, erklärt Sterzenbach. Dieses ist häufig der Grund für unser Scheitern. Übergewicht entsteht oft aus Frust, weiß Sterzenbach. Viele Menschen fressen sich einen Schutzpanzer an oder belohnen sich mit Essen für den stressigen Job, eine unbefriedigende Beziehung oder den tristen Alltag.

    Auch die Erfahrungen in der Kindheit spielen eine Rolle. „Du isst nicht auf und in Afrika verhungern die Kinder“ – diesen Satz hat wohl jeder als Kind von den Eltern gehört. Viele haben verinnerlicht: Ich muss immer und unbedingt meinen Teller leer essen, auch wenn ich gar keinen Hunger mehr habe. Logisch, dass dies beim Abnehmen nicht sinnvoll ist. Hören Sie auf Ihr natürliches Hungergefühl, nicht auf die mahnende Worte aus Ihrer Kindheit. Den alten Ballast abzuwerfen, sei ein enorm wichtiger Schritt, so Sterzenbach.

     
  5. Von Sportlern lernen

    „Weiter, immer weiter.“ (Oliver Kahn)

    An seine Grenzen und darüber hinausgehen, mit Ausdauer ein Ziel verfolgen, sich nach Niederlagen wieder aufrappeln: Erfolgreiche Sportler sind wahre Weltmeister in diesen Disziplinen. Als aktiver Triathlet (unter anderem den Iron Man in Hawaii mehrfach gemeistert) weiß auch Slatco Sterzenbach, wovon er spricht. Von der tiefen Befriedigung, als er vor 21 Jahren das erste Mal über die Ziellinie gelaufen ist, zehrt er heute noch. Damals hat er ein Grundprinzip begriffen: Ziele sind erreichbar, wenn wir uns leidenschaftlich dafür einsetzen. Gleiches gilt für Ihr „Projekt Wunschgewicht“: Nehmen Sie sich erfolgreiche Sportler zum Vorbild. Weitermachen, immer weitermachen – das können auch Sie!
     
  6. Durchhänger? Sie schaffen es!

    „Den Menschen fehlt nicht die Kraft. Es fehlt ihnen der Wille“. (Victor Marie Hugo)

    Durchhänger sind menschlich. Jeden trifft das einmal. Die Frage ist: Wie komme ich da wieder raus? „Jeder Mensch muss auf andere Knöpfe drücken, ums sich zu motivieren“, sagt Sterzenbach. Fragen Sie sich, welche Rahmenbedingungen Sie für eine Lebensveränderung brauchen. Was macht Ihnen Spaß? Oft bringen kleine Veränderungen den entscheidenden Unterschied. Mehr Bewegung kann in einer Gruppe oder mit Ihrer Lieblingsmusik im Ohr gleich viel mehr Freude bereiten. „Männern hilft es oft, mit einem Herzfrequenzmesser zu trainieren“, weiß Sterzenbach. Erfolge werden so besser messbar – und das motiviert.

    Auch externer Druck kann helfen. Erzählen Sie Familie, Freunden und Kollegen von Ihrem Plan, abzunehmen. Die Menschen werden Sie fragen, wie es läuft – eine zusätzliche Motivation zum Durchhalten.

    Manchmal hilft es auch, ein Foto aus schlankeren Tagen an den Spiegel oder Kühlschrank zu kleben oder die zu klein gewordene Lieblingshose gut sichtbar an die Garderobe zu hängen. Sie können auch Belohnungen für erreichte Zwischenziele einbauen – aber meist sind die schwindenden Kilos schon Lohn genug. Wenn Sie es wirklich ernst meinen mit dem Abnehmen, werden die Kilos purzeln. Nur vielleicht nicht immer so schnell, wie Sie sich das wünschen. Denken Sie immer daran, wie lange Sie benötigt haben, sich die überflüssigen Kilos „anzutrainieren“. Erwarten Sie keine Wunderdiät und keinen schnellen Erfolg. Langfristiger Erfolg dauert auch lange.

    Fragen Sie sich bei einer Heißhunger-Attacke: Warum habe ich Heißhunger? Bin ich ohne Frühstück aus dem Haus? Habe ich genug getrunken? Liegt es am Stress? An der Gewohnheit? Körper und Psyche zu verstehen hilft dabei, den vermeintlichen Bedürfnissen nicht immer nachzugeben. In Stress-Situationen verlangt Ihr Körper eben nach schneller Energie, obwohl er objektiv gar keine Kalorien braucht.

     
  7. Machen Sie Ihr Leben zum Meisterwerk

    „Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können.“ (George Eliot)

    „Motivation ist das Ergebnis vom Leben im Einklang mit den eigenen Werten“, davon ist Slatco Sterzenbach überzeugt. Die Voraussetzung für eine grundlegende Verhaltensänderung sei immer ein Bewusstseinswandel. Dann werden die Begeisterung und die Motivation für Ihr „Projekt Wunschgewicht“ wachsen wie ein Muskel, den Sie trainieren.

    „Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch sein Leben zu seinem persönlichen Meisterwerk machen kann“, sagt Sterzenbach. Wie das „Meisterwerk“ konkret aussieht, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Fragen Sie sich: Welches Leben möchte ich haben? Grenzen Sie Ihre eigenen Wünsche und Visionen von den Erwartungen ab, die andere an Sie stellen. Es kommt darauf an, was Sie selbst möchten! Motivation kommt von innen – und die Kraft Ihr Ziel zu erreichen, werden Sie nur aufbringen, wenn es auch wirklich Ihr ureigener Wunsch ist.

    „Ich habe vor meinem Studium als Krankenpfleger gearbeitet und die Erfahrung gemacht, dass jeder Mensch an einen Punkt kommt, an dem er hadert“, sagt Sterzenbach. Nach dem Motto: Hätte ich doch bloß …! Wenn ich nochmal jung wäre, würde ich vieles anders machen. Dabei ist es nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein wollen! Keine Frage: Es ist bestimmt leichter, sich nach Feierabend drei Stunden vor den Fernseher zu setzen, als sich die Laufschuhe anzuziehen. Aber macht Sie das auch glücklicher?
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8. Einschlafen: Was hilft wirklich?

Ob warme Milch oder Schäfchen zählen – Tipps und Tricks zum Einschlafen gibt es viele. Doch was bringen sie?

Wieder eine schlaflose Nacht gehabt? Viele Menschen kämpfen mit Einschlafproblemen. Häufig sind es Stress und Sorgen, die uns um die verdiente Nachtruhe bringen.

Wer dauerhaft Einschlafprobleme hat, sollte besser seinen Hausarzt aufsuchen. Manchmal ist eine Untersuchung im Schlaflabor oder bei einem Psychiater oder Neurologen sinnvoll. Kurzfristige Abhilfe versprechen sich viele von Tipps wie warmer Milch, Sport vor dem Einschlafen oder dem berühmten Schäfchen zählen. Jeder hat da seine eigene Methode. Doch was hilft wirklich? Wir stellen die bekanntesten Tricks und Hausmittel auf den Prüfstand:

Milch

Das Glas warme Milch mit Honig ist ein beliebtes Hausmittel. Viele schwören auf seine schlaffördernde Wirkung. „Wissenschaftlich nachgewiesen ist der Effekt allerdings nicht“, sagt Professor Dieter Riemann, Schlafforscher am Universitätsklinikum Freiburg. Zwar enthält Milch das Hormon Melatonin, doch die Dosierung ist zu gering, um wirklich das Einschlafen zu beschleunigen. „Warme Milch dürfte eher einen psychologischen Effekt haben“, vermutet Riemann. Sie macht satt, entspannt und hilft so zur Ruhe zu kommen.

Schäfchen zählen

Die wohl bekannteste Einschlafhilfe kann tatsächlich helfen. „Das Zählen ist ein sehr monotoner und reizarmer Vorgang. Es lenkt von Problemen und Gedanken ab, die einen am Schlaf hindern könnten“, sagt Dr. Helen Slawik vom Schlafmedizinischen Zentrum der Technischen Universität München. Natürlich sind die Schafe dabei nicht das Entscheidende. Auch andere beruhigende, reizarme Gedanken können eine einschläfernde Wirkung haben. So hilft es auch, sich eine schöne Landschaft vorzustellen. Wichtig ist, dass man sich dabei entspannt. Wer sich beim Schäfchen zählen zu viel Druck macht, wird erst recht am Schlaf gehindert. Es lohnt sich, Entspannungsübungen schon einmal tagsüber zu üben. So fallen sie nachts leichter.

Lesen

Eine sinnvolle und nützliche Methode: Lesen hilft ähnlich wie Schäfchenzählen beim Abschalten. Allerdings nur, solange die Lektüre nicht zu emotional aufwühlend ist. Lesen Sie außerdem besser nicht direkt im Bett.

Fernsehen

Als Einschlafmethode weniger geeignet als das Lesen ist das Fernsehen. Das blaue Licht, das TV ebenso wie Computer ausstrahlen, scheint die Produktion von Melatonin zu hemmen. Es kann somit ein schnelles Einschlafen verhindern.

Sport

Wer Sport treibt, wird müde und kann danach besser schlafen. Klingt soweit logisch und ist auch richtig. Allerdings benötigen Körper und Geist nach sportlichen Aktivitäten Zeit zum Abschalten. Deshalb sollte man spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen keinen Sport mehr treiben. Der ideale Zeitpunkt ist am späten Nachmittag. So bleibt dem Körper genug Zeit, um zur Ruhe zu kommen.

Duschen

Verhilft Duschen vor dem Schlafengehen zu ruhigen Nächten? Kommt darauf an. Kalt abduschen wirkt kreislaufanregend und vertreibt deshalb eher die Müdigkeit. Anders sieht es mit einer warmen Dusche oder einem Bad aus. Die Extremitäten erwärmen sich dabei, das kann das Einschlafen erleichtern. Deshalb können auch dicke Socken hilfreich sein. Allerdings sind Socken im Bett bekanntlich nicht jedermanns Geschmack. Auch die Temperatur im Schlafzimmer spielt beim Einschlafen eine Rolle. „Die ideale Raumtemperatur zum Schlafen beträgt etwa 18 Grad“, erklärt Slawik.

Alkohol

Das Feierabendbier ist bei vielen beliebt. Tatsächlich fördert Alkohol ein rascheres Einschlafen. Wegen der Nebenwirkungen ist er dennoch nicht als Einschlafhilfe geeignet. Alkoholkonsum führt zu einem weniger tiefen Schlaf. Man wacht infolgedessen nachts häufiger auf. „Wer über einen längeren Zeitraum größere Mengen Alkohol zu sich nimmt, kann seine Schlaftiefe und -kontinuität nachhaltig stören“, sagt Slawik.

Gibt es die perfekte Einschlafmethode?

Wohl eher nicht. Die meisten Mittel haben vor allem einen psychologischen Nutzen. Ganz gleich, ob das nun Kräutertees, Milch oder die zahlreichen anderen Lebensmittel sind, denen eine schlaffördernde Wirkung nachgesagt wird. „Beim Einschlafen spielt der Placebo-Effekt eine wichtige Rolle“, sagt Slawik. Deshalb muss jeder für sich selbst herausfinden, was ihn am besten in den Schlaf wiegt. Wichtig ist, dass Körper und Gehirn zur Ruhe kommen. Deswegen sollte man nach Möglichkeit abends Stress vermeiden und sich mit einem entspannten Abendprogramm auf die Schlafenszeit einstimmen.

Außerdem sind feste Gewohnheiten hilfreich. Rituale wie lesen, einen kurzen Spaziergang machen oder ein Glas Milch trinken, erleichtern das Einschlafen. Damit kann man den Körper regelrecht auf Schlaf programmieren. Er verbindet dann beispielsweise das Lesen fest mit der bevorstehenden Nachtruhe und stellt sich entsprechend ein. Und das Bett sollte nur zum Schlafen da sein, damit der Körper es mit keiner anderen Tätigkeit assoziiert. Auch feste Bettgehzeiten sind empfehlenswert.

Der krampfhafte Versuch, endlich einzuschlafen, führt meist nur zum Gegenteil. Dann gerät man schnell in einen Teufelskreis, bei dem man grübelnd im Bett liegt und erst recht nicht zur Ruhe kommt. In solchen Fällen ist es besser, wieder aufzustehen und sich für ein paar Minuten mit einer anderen Beschäftigung abzulenken. Beispielsweise mit Musik hören oder bügeln. Wenn Sie die Gedanken sortiert haben, legen Sie sich wieder ins Bett.

Ernste und dauerhafte Schlafstörungen lassen sich mit diesen Tipps aber nur begrenzt behandeln. In diesen Fällen sollten Sie sich besser an Ihren Arzt wenden.
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9. Die schönsten Wellness-Rituale aus aller Welt

Andere Länder, andere Entspannungsmethoden. Die besten Tipps aus Nah und Fern – von Frankreich bis Japan

Zwei Wochen lang in einem Ayurveda-Zentrum in, sagen wir mal, Südindien: den ganzen Tag über Massagen, Ölgüsse, Meditieren unter Kokospalmen. Kein Wunder, dass Frau nach einem solchen Urlaub um Jahre jünger aussieht. Denn die Heilkunst aus Indien kennt jede Menge Rezepte, die der Schönheit dienen. Deren Geheimnis: „Sie bringen Geist und Körper in Harmonie“, erklärt Ayurveda-Experte Dr. Ernst Schrott, Arzt für Naturheilverfahren und Homöopathie in Regensburg. Klingt wunderbar, hat aber einen Nachteil: Eine Reise nach Indien ist teuer. Und auch für eine Kur in einem der vielen deutschen Ayurveda-Institute braucht man eine gut gefüllte Börse.

Doch Sie müssen gar nicht lange und weit reisen – holen Sie sich die besten Schönheitsrituale aus der ganzen Welt einfach nach Hause! Schwitzen Sie sich wie die Finnen in der Sauna fit, setzen Sie wie die Franzosen auf die Kräfte aus dem Meer, oder halten Sie es wie die Japanerinnen, und pflegen Sie Ihre Haut mit grünem Tee. Reichhaltige Sheabutter ist Ihnen lieber? Dann schauen Sie einmal, welche Pflegetipps der Schwarze Kontinent für Sie hat. Auf den nächsten Seiten haben wir die Schönheitsgeheimnisse verschiedener Regionen für Sie zusammengefasst.

Frankreich

Atlantikrauschen, Seebrise, Möwenkreischen: Zur Entspannung fahren die Franzosen gerne zur Thalasso-Therapie an die Küste. Die Trilogie aus Meerwasser, Meerespflanzen und Meeresboden – im 19. Jahrhundert von einem französischen Arzt entwickelt – ist wie ein Urlaub für die Haut. Meerwasser ähnelt in seiner Zusammensetzung dem menschlichen Blutserum und tut dem Körper deshalb besonders gut.

Es lindert Entzündungen und reguliert die Talgdrüsen, seine Aerosole befreien Lunge und Atemwege. Original-Thalasso-Zentren verwenden übrigens nur frisches, unbehandeltes Meerwasser. Peelings mit Meersalz befreien die Haut von überflüssigen Schüppchen. Bäder, Packungen und Masken mit Peloiden (Schlick und Schlamm) oder Algen schleusen anschließend Mineralstoffe und eine Extraportion Feuchtigkeit hinein. Nach solch einer Behandlung ist die äußere Hülle glatt wie nie zuvor.

Tipp für zu Hause: Kleine Thalasso-Kur im heimischen Wellness-Bereich? Kein Problem! Wie wäre es mit einem Meersalz-Peeling? Einer Kaviar-Maske? Die Auswahl ist groß, und die Wirkstoffe aus dem Meer eignen sich für alle Hautzustände.

Japan

Glatt und weiß wie feinstes Porzellan – so wünschen sich viele Japanerinnen ihren Teint. Übermäßiges Sonnenbaden ist tabu und ein hoher Lichtschutzfaktor ein Muss. Japans Frauen schwören zudem auf grünen Tee: Das Nationalgetränk wirkt von innen gegen Müdigkeit und Stress, von außen gegen Falten und schlaffe Haut. Seine Blätter enthalten nämlich den Radikalfänger Tannin.

Er schützt die empfindlichen Hautzellen vor den Schäden, die Sonnenlicht, Nikotin und fehlender Schlaf verursachen. Pigmentflecken haben so keine Chance. Verschiedene Grüntees werden auch während der traditionellen japanischen Teezeremonie gereicht. Der streng geregelte, meditative Ablauf soll den Geist entspannen – Gespräche über Alltagsthemen sind deshalb während der Zeremonie nicht erlaubt.

Tipp für zu Hause: Drei Tassen Grüntee täglich sollen vor allem in stressigen Zeiten helfen. Grüner Tee braucht weiches, noch nicht kochendes Wasser, je nach Sorte zwischen 60 und 95 Grad. Seine Extrakte stecken mittlerweile auch hierzulande in Kosmetikprodukten – fragen Sie in Ihrer Apotheke danach!

Indien

Das Öl ist warm und weich, es riecht angenehm nach Urlaub, nach einer anderen Welt. Die Massage ist kräftig, sie belebt und entspannt. Jetzt einfach ewig träumen ... Doch Ayurveda ist mehr als Entspannung und Massage. Die „Wissenschaft vom Leben“ umfasst auch Yoga, Meditation, Ernährungslehre sowie Astrologie und wird in allen Lebensbereichen angewandt.

Grundlage ist die Einteilung in die Konstitutionstypen (Doshas) Vata, Pitta und Kapha. Man geht davon aus, dass in jedem Menschen einer von ihnen vorherrscht. Ziel des Ayurveda ist die Harmonie der drei Doshas – denn Harmonie bedeutet Gesundheit.

Tipp für zu Hause: Es muss nicht gleich das Ayurveda-Institut sein: Viele Kosmetikstudios bieten – zugeschnitten auf westliche Bedürfnisse – spezielle Ayurveda-Massagen (etwa bei Cellulite), Peelings und Ölgüsse an (ab 50 Euro).

Finnland

Mitten in der Natur: eine Blockhütte mit Sauna. Davor ein See, in den man nach dem Schwitzbad springen kann, um sich abzukühlen. Entspannter kann man kaum Urlaub machen. Die Sauna ist in der finnischen Kultur tief verwurzelt, fast jedes Haus verfügt über eine. Früher wurden die Räume übrigens auch zum Baden und sogar für Geburten benutzt. In trockener, heißer Luft schwitzen tut einfach gut. Es regt die Durchblutung an, sorgt für einen rosigen Teint und stärkt nachweislich das Immunsystem. Bei einer Umfrage des Sauna-Bunds sagten 78 Prozent der Befragten: „Seitdem ich sauniere, bin ich frei von Erkältungskrankheiten.“

Tipp für zu Hause: Planen Sie für einen Gang in die Sauna, etwa im Schwimmbad, mindestens zwei Stunden ein. Danach den ganzen Körper und das Gesicht eincremen – die frisch durchblutete Haut nimmt die Pflegestoffe jetzt ganz besonders gut auf.

Afrika

In der Sahelzone, etwa in Burkina Faso und im Sudan, gilt der Shea- oder Karitébaum als heiliges Gewächs, als Frauenbaum. Männer dürfen ihn nicht berühren, nur Frauen seine Früchte ernten. Aus den gemahlenen Nüssen kochen sie eine dicke Masse, die als Speisefett, Wundheilsalbe und Kosmetik dient. In Afrika wird unraffinierte, gelbliche Sheabutter verwendet, die sehr würzig riecht. Shea- oder Karitébutter enthält viele Bestandteile, die schnell in die Hornschicht einziehen und sie besonders gut befeuchten. Außerdem stecken in der Nusscreme die Radikalfänger Vitamin E und Provitamin A, viele gesättigte und ungesättigte Fette sowie der Wirkstoff Allantoin – er beschleunigt die Wundheilung und Zellerneuerung.

Tipps für zu Hause: In Deutschland können Sie beruhigt zu Produkten mit Sheabutter greifen: Kosmetikhersteller verwenden die gereinigte, hellere und geruchlose Variante.
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10. Salmonellen: So bannen Sie die Gefahr

Durchfall, Erbrechen, Schüttelfrost, Fieber: Vor einer Salmonellen-Infektion fürchtet sich wohl jeder, besonders im Sommer. Zehn Fragen und Antworten zum Thema

1. Was sind eigentlich Salmonellen?
Salmonellen gehören zur Familie der Enterobacteriaceae. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Bakterien, die den Darm besiedeln“. Die Erreger sind stäbchenförmig und nur wenige Mikrometer lang. Sie lassen sich in zwei Arten unterteilen: in die Salmonella enterica und die Salmonella bongori. Beide Spezies zusammen können in etwa 2.500 Subtypen unterteilt werden. Einige dieser Unterarten erhalten ihren Namen nach dem Ort, an dem sie zum ersten Mal gefunden wurden, zum Beispiel die Salmonella Altona. Andere haben keinen eigenen Namen, sondern werden durch ihre Antigenformel beschrieben. Die meisten Salmonellen rufen Magen-Darm-Infektionen, sogenannte Gastroenteritiden hervor. Zu den Salmonellen gehört aber auch Salmonella typhi und paratyphi, der Erreger des Typhus und Paratyphus. Um diese Bakterien geht es in diesem Artikel jedoch nicht, sondern ausschließlich um die Salmonellen, die eine Salmonellen-Gastroenteritis oder Salmonellose zur Folge haben.

2. Wie kann ich mich mit Salmonellen infizieren?
Infektionen durch Salmonellen werden in den meisten Fällen durch kontaminierte Lebensmittel übertragen. Darüber hinaus sind ebenso indirekte Übertragungswege möglich, so Professor Dr. Peter Roggentin, Mikrobiologe am Institut für Hygiene und Umwelt in Hamburg: „Eine Ansteckung kann schon durch das Streicheln eines Haustieres oder etwa eines Reptils im Terrarium geschehen. Die Erreger sitzen im Darm des Tieres, finden sich dann aber auch auf der Haut oder dem Fell wieder.“ Um eine Infektion auszulösen, müssen die Salmonellen beim Menschen jedoch von den Händen über den Mund in den Verdauungstrakt gelangen. Was sich umständlich anhört, geht manchmal leichter als gedacht: „Es reicht also schon, wenn man nach dem Besuch im Streichelzoos mit ungewaschenen Händen ein Eis isst“, so der Experte.

3. Bei welchen Lebensmitteln muss ich besonders aufpassen?
Die Salmonellose hat ihren Ursprung überwiegend in einer Lebensmittelinfektion: Nicht ausreichend erhitztes und rohes Fleisch kann betroffen sein – Geflügel-, Rind- oder Schweinfleisch. Außerdem stellen die Eier infizierter Hühner eine Gefahrenquelle dar. Die  Salmonellen befinden sich zwar überwiegend auf der Eierschale, und nur selten im Ei-Inneren. Doch alle Lebensmittel, die mit den Erregern direkt oder indirekt in Berührung kommen, kommen prinzipiell als Überträger in Frage, ebenso wie Nahrungsmittel, die rohes Ei enthalten, wie Speiseeis oder Mayonnaise.

4. Worauf muss ich als Verbraucher achten?
Die beiden obersten Gebote, um sich vor Salmonellen zu schützen, heißen Hygiene und Durcherhitzen! Man sieht einem Lebensmittel nicht an, ob Salmonellen darauf sitzen oder nicht. Daher empfiehlt es sich – neben regelmäßigem Händewaschen – in der Küche so hygienisch wie möglich zu arbeiten: Vor allem sollten rohe von fertigen Gerichten oder Zutaten penibel getrennt werden. Was hilft es, wenn das Salmonellen-belastete Steak vollständig durchgebraten wird, der Salat aber auf derselben Unterlage vorbereitet wird, auf der vorher das Fleisch lag? Generell sollte jegliche Rohkost vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Obwohl Salat, Karotten, Tomaten und andere Gemüsesorten keinen Wirt für Salmonellen darstellen, können sich zum Beispiel durch Verschmutzung Erreger auf der Oberfläche befinden. Waschen Sie daher Ihr Gemüse immer unter fließendem Wasser sorgfältig ab!
Salmonellen verdoppeln sich bei Raumtemperatur sehr rasch – selbst im Kühlschrank ist noch eine Vermehrung möglich. In gefrorenen Lebensmitteln vermehren sich die Erreger zwar nicht mehr, sie sterben aber auch nicht ab. Eine große Gefahr liegt deshalb darin, dass Lebensmittel zu kurz oder zu schnell erhitzt werden: Wenn die Bratwurst aus dem Tiefkühlfach nur halb aufgetaut auf dem lodernden Grill landet, passiert es leicht, dass die schnell entstehende Bräune über den innen noch rohen Kern hinweg täuscht. Beim Auftauen von Wild oder Geflügel sollten Sie das abtropfende Wasser zum Beispiel in einer Schüssel auffangen und sofort entsorgen. Achten Sie darauf, dass keine Lebensmittel mit dem Auftauwasser in Berührung kommen, spülen Sie die zum Auffangen benutzten Gegenstände so warm wie möglich ab und waschen Sie auch Ihre Hände.

5. Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?
Kinder, Senioren, Schwangere und Menschen mit einem schwachen Immunsystem. Vor allem bei ihnen kann es zu schweren Verläufen kommen.

6. Wie groß ist die Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch?
Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist selten, aber möglich. Die Übertragung und damit die Ansteckung mit Salmonellen erfolgt meist indirekt über Kontakt mit dem Erreger, der schließlich seinen Weg über den Mund in den Verdauungstrakt findet. Menschen die an Salmonellen erkrankt waren, scheiden üblicherweise auch nach ihrer Genesung noch für einige Zeit Salmonellen aus. Nicht nur für den Schutz vor Salmonellen ist daher das A und O: Händewaschen!

7. Wie verläuft die Erkrankung?
Die Inkubationsphase dauert wenige Stunden bis maximal etwa drei Tage. Die dann eintretende, sogenannte Salmonellose zeichnet sich oft durch einen heftigen und stürmischen Beginn mit Durchfall und/oder Erbrechen aus. Begleiter können Schüttelfrost und starkes Schwitzen durch das eintretende Fieber sein. Bei heftigeren Verläufen können auch Bauchkrämpfe oder ein starker Wasserverlust auftreten. Letzteres betrifft vor allem auch Kinder und Senioren. Besondere Vorsicht gilt bei Säuglingen! So heftig der Krankheitsverlauf ist, so schnell ist er allerdings oft wieder vorbei: Nach ein bis zwei Tagen ist das Schlimmste meist überstanden.

8. Kann ich gegen Salmonellen immun werden?
Gerade weil es mehrere Tausend verschiedene Salmonellentypen gibt, ist leider keine Impfung gegen die Salmonellen-Gastroenteritis möglich. Auch eine durchgemachte Erkrankung schützt nicht vor einer neuen Infektion – gegen den überwundenen Erreger im Speziellen ist zwar ein kurzzeitiger Schutz vorhanden, jedoch bleibt die Wahrscheinlichkeit weiterhin groß, sich mit einem anderen der Subtypen zu infizieren.

9. Wie viele Erkrankungen gibt es pro Jahr in Deutschland?
Im Jahr 2010 wurden dem Robert Koch-Institut 25.228 Infektionen mit Salmonellen in Deutschland gemeldet. Roggentin geht jedoch davon aus, dass es mindestens 10-mal mehr Erkrankungen geben dürfte. Die enorm hohe Dunkelziffer beruht unter anderem darauf, dass Durchfall-Erkrankte nicht unbedingt einen Arzt aufsuchen, geschweige denn, dass eine Stuhlprobe abgegeben wird. Hinzu kommt, dass nicht jeder Fall der ärztlichen Meldepflicht unterliegt: Nur bei Kindern unter sechs Jahren, die Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa Kindergärten besuchen, sowie bei Patienten, die im Lebensmittelbereich arbeiten, und bei mehr als einem Fall mit gemeinsamer Infektionsquelle muss der behandelnde Arzt eine Meldung an das Gesundheitsamt weiterleiten, so der Experte. Im Mikrobiologie-Labor bestätigte Fälle werden hingegen immer gemeldet.

10. Ich habe mich infiziert – was nun?
Suchen Sie einen Arzt auf. Die Behandlung der Salmonellose erfolgt in der Regel rein symptomatisch: Weil mit Durchfall, Erbrechen und Schwitzen ein hoher Wasser- und Elektrolytverlust einher geht, sollte diesem mit ausreichend Flüssigkeit und Mineralstoffen entgegen gewirkt werden. Gerade bei Kindern und Senioren besteht die Gefahr, dass diese sonst austrocknen. Der Arzt kann dem bei Bedarf entgegenwirken, in dem er Infusionen verabreicht. Bei Fieber empfiehlt sich eine konservative Behandlung mit Bettruhe. Sollten fiebersenkende Maßnahmen notwendig sein, kann der Arzt Sie dazu beraten. Bei starken Schmerzen, längerem Krankheitsverlauf und stark verschlechtertem Allgemeinzustand sollten Sie sich ebenfalls unbedingt an Ihren behandelnden Arzt wenden.
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11. Alkohol und Medikamente passen nicht zusammen

Während einer Arzneimittel-Therapie sollten die Patienten auf Getränke wie Bier und Wein verzichten

Zusammen sind sie unberechenbar: „Die Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Alkohol können vielfältig sein“, betont Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer (BAK). „Auf der sicheren Seite ist, wer während einer Arzneimitteltherapie u¨berhaupt keinen Alkohol trinkt.“

Wer auf sein Glas Bier oder Wein nicht verzichten will, sollte sich in der Apotheke nach möglichen Wechselwirkungen erkundigen. „Das rate ich besonders älteren Patienten“, sagt Fink.

Viele ältere Menschen sind mehrfach gefährdet. „Sie nehmen oft verschiedene Arzneimittel gleichzeitig ein und erreichen höhere Blutalkoholspiegel, weil der Wasseranteil in ihrem Körper geringer ist“, erklärt Professor Helmut Seitz vom Alkoholforschungszentrum der Universität Heidelberg. „Ihre Organe reagieren zudem empfindlicher auf schädliche Einflüsse und können Alkohol und Medikamente nicht mehr so gut abbauen.“

Problematisch sei auch, dass Senioren weniger Abwehrmechanismen zur Entgiftung schädlicher Stoffwechselprodukte haben. Die Wechselwirkungen zwischen Alkohol und Medikamenten sind komplex und nur schwer vorhersehbar. Bier, Wein und andere Alkoholika können die Wirkung von Arzneimitteln abschwächen oder verstärken und ihre Nebenwirkungen verschlimmern.

Als kritisch gelten vor allem Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem wirken – etwa Antidepressiva, Medikamente gegen Parkinson und Epilepsie sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel. Sie alle haben Nebenwirkungen, die das Reaktionsvermögen einschränken. „Wer abends ein Schlafmittel mit einem doppelten Wodka hinunterspült, ist morgens garantiert noch müde und darf sich nicht ans Steuer setzen“, sagt BAK-Präsidentin Fink.

Auch rezeptfreie Antiallergika beruhigen – und diese Nebenwirkung verstärkt sich durch den Genuss von Alkohol. Einige Medikamente hemmen den Alkoholabbau in der Leber, bei dem die Zwischenstufe Acetaldehyd entsteht. Diese Substanz reichert sich dann im Körper an und verursacht Erbrechen, Atemnot und Herzrasen.

„Wer bestimmte Antibiotika oder Mittel gegen Pilzinfektionen einnimmt, verträgt selbst kleine Mengen Alkohol schlecht“, warnt Seitz. Arzneistoffe wie Metoclopramid, die die Entleerung des Magens beschleunigen, können den Alkoholspiegel im Blut erhöhen.

Konkurrenz um ein Enzym

Andere Medikamente werden von den gleichen Leberenzymen abgebaut wie Alkohol und konkurrieren mit diesem um die entsprechenden Bindungsstellen. „Zentral wirksame Psychopharmaka, Beruhigungsmittel oder das Epilepsiemittel Phenytoin werden langsamer verstoffwechselt“, erklärt Seitz. „Das kann zu erhöhten Blutspiegeln und einer verstärkten zentralen Wirkung bis hin zur Atemlähmung führen.“

Bei anderen Mitteln tritt dagegen die umgekehrte Wirkung ein, da regelmäßiger Alkoholkonsum die Aktivität der Leberenzyme erhöht. „Dadurch werden manche Medikamente schneller abgebaut und wirken schwächer – etwa der Gerinnungshemmer Phenprocoumon oder Betablocker wie Propranolol“, sagt Seitz. Diese Wirkung trete bereits auf, wenn jemand ein bis zwei Wochen lang täglich einen Viertelliter Wein trinke.

Gefährlich wird es, wenn der gesteigerte Stoffwechsel zu giftigen Abbauprodukten führt – etwa bei dem rezeptfreien Schmerzmittel Paracetamol. „In diesem Fall kann es zu schweren Leberschäden bis hin zum Leberausfallskoma kommen“, warnt Seitz. „Wer regelmäßig Alkohol trinkt, sollte deshalb die Hände von Paracetamol lassen.“

Auch aus dem Tuberkulosemittel Isoniazid bilden sich leberschädliche Abbauprodukte. Das Krebs- und Rheumamedikament Methotrexat dagegen fördert den Umbau von Leberzellen in funktionsloses Bindegewebe. Alkohol verstärkt diese Nebenwirkung. „So kann in wenigen Jahren eine Leberzirrhose entstehen“, sagt Seitz.

Für Zurückhaltung bei Wein, Bier und Schnaps spricht noch ein weiteres Argument: „Alkohol verstärkt viele Krankheiten wie Bluthochdruck, Fettstoffwechsel- und Herzrhythmusstörungen“, betont Seitz.

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12. Asthma

Was ist Asthma bronchiale?

Der Begriff „Asthma“ wurde bereits von Hippokrates von Kos (460-375 v. Chr.) geprägt.
 
Er beschrieb schon damals die typischen Krankheitszeichen:

Asthma ist nicht gleich Asthma

Man unterscheidet verschiedene Formen:
 
Allergisches Asthma
Nicht-allergisches Asthma
Anstrengungsasthma

10 Goldene Regeln für Asthma-Patienten

1. Kennen Sie Ihre individuellen Anfallsauslöser!
Typischerweise handelt es sich hierbei um Allergene, gegenüber denen eine erhöhte Empfindlichkeit besteht (Hund, Katze ...). Aber auch andere Unstände können einen Asthmaanfall auslösen: Schwere Erkältungen, starke sportliche Belastung, bestimmte Medikamente oder Nahrungsmittel usw. Erforschen Sie die Umstände, unter denen bei Ihnen Anfälle auftreten. Ihr Asthma an sich können sie damit nicht heilen, wohl aber verbessern.

2. Suchen Sie regelmäßig Ihren Arzt auf!

Auch wenn Sie sich wohl fühlen und keine Beschwerden haben, ist es sinnvoll, 2 - 3 mal im Jahr Kontrollen durchzuführen und eventuell Ihre Medikamente anzupassen (das kann sowohl Erhöhung als auch Verringerung der Dosis bedeuten).

3. Schaffen Sie sich eine "saubere" Umgebung!
Viele Faktoren lösen zwar nicht unbedingt Anfälle aus, irritieren aber die Atemwege, die bei Asthmakranken chronisch entzündet sind. Demzufolge haben beispielsweise Zigarettenrauch, Haustiere oder starke Duftstoffe in der Wohnung eines Asthmatikers nichts verloren. Besonderes Augenmerk ist auf das Schlafzimmer zu legen. Je "einfacher" es gestaltet ist, um so weniger Staub und Keime können sich ansammeln. Keine Teppiche, Sofas, Zusatzdecken. Waschen Sie Ihre Bettbezüge häufig.

4. Führen Sie ein Asthmatagebuch!
Behalten Sie den Überblick darüber, wie es Ihnen geht. Welche Medikamente haben Sie wann eingenommen, welche Situationen haben Ihren Zustand verbessert bzw. verschlechtert?

5. Seien Sie sich über Ihre Medikamente im Klaren!
Lassen Sie sich von Ihrem Arzt aufschreiben, welche Medikamente in welchem Stadium einzunehmen sind. Je nach Schweregrad Ihres Asthmas haben Sie entweder nur eine Bedarfsmedikation (also im Anfall) oder zusätzlich noch andere Medikamente. Lernen Sie, Ihren eigenen Status mit Hilfe einfacher Messinstrumente (z.B. Peak-Flow-Meter) einzuschätzen und entsprechend zu handeln. Sollten Sie von einer Asthma-Attacke überrascht werden, und keine Medikation dabei haben, so kann es hilfreich sein, ein bis zwei Tassen starken Kaffee zu trinken. Coffein ist wie Theophyllin (das zur Asthmabehandlung eingesetzt wird) ein sogenanntes Methylxanthin und erweitert die Bronchien.

6. Inhalieren Sie richtig!
Die beste Medizin kann nicht helfen, wenn sie nicht richtig eingenommen wird. Dies gilt ganz besonders für Kinder. Untersuchungen zeigen, dass oft versäumt wird, die korrekte Verwendung von Inhalatoren zu erklären. Unter Umständen können Hilfsmittel wie ein Spacer die korrekte Anwendung erleichtern. Pulverinhalatoren machen die Synchronisation zwischen Druck auf die Flasche und Inhalation unnötig, da das Pulver erst durch die Einatmung in Bewegung gesetzt wird.

7. Treiben Sie trotz Ihrer Erkrankung Sport!
Viele Asthmatiker meiden sportliche Aktivitäten in der Furcht, einen Anfall auszulösen. Mit Hilfe der richtigen Medikation ist diesem Schrecken aber Einhalt geboten. Wenn Ihnen nach Sport zumute ist, dann lassen Sie sich nicht von Ihrer Krankheit daran hindern. Unter Umständen verbessert sportliche Aktivität sogar Ihren Zustand. Vergessen Sie nicht, dass auch viele Leistungssportler an Asthma leiden. Entscheiden Sie sich, welcher Sport Ihnen am besten liegt und in welcher Umgebung (alleine, innen oder außen, in der Gruppe ...) Sie sich am wohlsten fühlen. Viele Asthmatiker schätzen den Schwimmsport wegen der für sie angenehmen Umgebung. Kurze Trainingsperioden, gefolgt von einer Pause, sind oft besser als eine langfristige Anstrengung. Probieren Sie aus, ob Sie besser morgens oder abends mit sportlichen Aktivitäten zurechtkommen (Unterschiede in Pollenkonzentration bzw. Luftverschmutzung etc.). Setzen Sie sich keine zu straffen Trainingspläne.

8. Ein Rat an die Eltern: überfordern Sie ihre kranken Kinder nicht!
Kann mein Kind bei seinen Freunden übernachten? Darf es auf die Klassenfahrt mitfahren? Diese und andere Fragen betroffener Eltern sind ganz normal und drücken die Besorgnis um ihre kranken Kinder aus. Asthmaanfälle können erschreckende Situationen sein, aber es ist wichtig, im Kopf zu behalten, dass kaum ein Kind an einem Asthmaanfall verstirbt. Die Chance, im Straßenverkehr verletzt zu werden, ist um ein Vielfaches größer. Bedenken Sie, dass Ihr Kind sich in Anfallssituationen an Ihnen orientiert. Behalten Sie die Ruhe, so wird auch das Kind die Situation nicht als so bedrohlich erleben. Es ist Ihre Aufgabe, für Ihr Kind eine optimale Betreuung zu gewährleisten während es doch gleichzeitig so wichtig ist, die Unbeschwertheit der Kindheit nicht völlig aus den Augen zu verlieren.

9. Asthma und Reisen: Planen Sie im Voraus!
Ist die Medikamenteneinstellung gut, gibt es für Asthmapatienten fast keine Einschränkungen, was das Reisen angeht. Sogar Aufenthalte in großen Höhen stellen im Allgemeinen keine Belastung dar. Sprechen Sie sich vor der Reise mit Ihrem behandelnden Arzt ab, erstellen Sie sich einen Plan, welche Medikamente zusätzlich zu nehmen sind, sollte sich Ihr Zustand verschlechtern. Es ist außerdem hilfreich, sich bereits vor der Abreise über eventuelle Behandlungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. Verpacken Sie ihre Medikamente getrennt vom übrigen Reisegepäck falls Koffer verloren gehen sollten. Versuchen Sie im Voraus Ihre Reise so zu planen, dass Sie keinen bekannten Auslösern eines Anfalls ausgesetzt sind.

10. Werden Sie Ihr eigener Asthma-Manager!
Orientieren Sie sich an folgenden Kriterien: Sie sind in der Lage, jede gewünschte Aktivität wahrzunehmen. Ihr Nachtschlaf ist im Allgemeinen ungestört. Die Bedarfsmedikation sollte unter Normalbedingungen nicht täglich eingenommen werden müssen. Ihre Lungenfunktion ist im Vergleich zur Ausgangssituation normalisiert oder sogar verbessert. Sollten diese Punkte nicht erfüllt sein, so müssen Sie Ihr Verhalten oder die Medikation ändern. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt. Und als wichtigstes: lernen Sie, Ihr Asthma zu kontrollieren und nicht umgekehrt.
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